Discography

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Swing

Swing
Released: 1978
Re-Released: 2011
Format: CD
Recorded at: Studio Rahlstedt, Hamburg
Catalog #: 276 491-9
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Im Oktober 1977 erfüllte Bert Kaempfert sich einen lang gehegten Wunsch und nahm ein komplettes Album mit 12 Titeln aus dem Repertoire der berühmtesten Swing-Formationen auf. Diesen Swing-Standards hauchte er neues Leben ein, ohne dabei die Attraktivität der Originale aufzugeben, und blieb seinem typischen und unnachahmlichen Sound treu.

Namhafte Solisten, die seit Beginn der siebziger Jahre zur festen Besetzung seines Orchesters gehörten, übernahmen auch bei dieser Produktion die Soli: Ack van Rooyen (Trompete, Flügelhorn), Herb Geller (Flöte, Altsaxophon), Ferdinand Powel (Tenorsaxophon), James Towsey (Baritonsaxophon) und Jiggs Whigham (Posaune).

In seinem Arrangement von Woody Hermans Woodchopper’s Ball (Originalaufnahme vom 12. April 1939) behält Kaempfert das Tempo des Originals bei, alles andere verrät seine eigene Handschrift. Hermans Klarinettensolo wird hier von Ack van Rooyen übernommen. Es folgen Posaunen-, Baritonsax- und weitere Trompetensoli, bevor zum Schluss die bekannten Riffs erklingen.

Glenn Miller landete mit seiner Version des amerikanischen Kinderliedes Little Brown Jug (Originalaufnahme vom 10. April 1939) einen Hit. In seiner Bearbeitung läßt Kaempfert das Hauptthema von Herb Gellers Flöte spielen und verleiht der Nummer so eine angenehme Leichtigkeit.

Auf Count Basies Millionenerfolg One O’Clock Jump (Originalaufnahme vom 7. Juli 1937) folgte Harry James’ Two O’Clock Jump (Originalaufnahme vom 6. März 1939). Der Aufbau dieser beiden Stücke ist recht ähnlich. Tenorsax, gestopfte Trompete und Posaune spielen sich locker die Bälle zu, die stetig aufbauenden Schlusschorusse unterstreichen die Qualität dieser Nummern.

Lullaby Of Birdland war ursprünglich für Quintett geschrieben (Originalaufnahme George-Shearing-Quintett vom 17. Juli 1952). Kaempfert gelingt es, die Nummer in ein Big-Band-Arrangement zu verpacken und dabei die Atmosphäre des Originals zu erhalten; er ersetzt lediglich die für Shearing typische Kombination aus Klavier, Vibraphon und Gitarre durch eine Flöten-Vibraphon-Kombination und gibt dem Stück so einen noch leichteren Touch.

In der Komposition des Swing-Standards Air Mail Special (Originalaufnahme Benny-Goodman-Sextett vom 13. März 1941) – auch berühmt geworden unter anderem durch den Scat-Gesang von Ella Fitzgerald – wirft die Bebop-Ära ihre Schatten voraus, was natürlich auch in Kaempferts Interpretation spürbar wird.

Mit Apple Honey schuf Woody Herman, der „wilde Mann” der Big-Band-Ära, auf dem Höhepunkt seiner kreativsten Phase seine bemerkenswerteste Aufnahme (Originalaufnahme vom 19. Februar 1945). Kaempfert verzichtet jedoch in seinem Arrangement auf die Aggressivität des Originals und baut einige entspannte, locker miteinander verbundene Soloabschnitte ein.
Stan Kenton vollzog den Bruch mit der Swing-Tradition und leitete in die Ära des orchestralen Jazz über. Diejenigen, die Kentons Aufnahme des Intermission Riff (Originalaufnahme Juli 1946) nie so recht mochten, können sich vielleicht mit der entschärften Fassung von Kaempfert anfreunden.

Jumpin’ At The Woodside ist ein weiterer Titel von Count Basie (Originalaufnahme vom 22. August 1938), der sich dank seiner hypnotischen Riffs beim Publikum seit Jahrzehnten großer Beliebtheit erfreut. Kaempfert legt seine Bearbeitung etwas langsamer an; Soloflöte, gestopfte Trompete und Posaune sorgen für genügend Abwechslung.

Wie viele andere Singles von Tommy Dorsey gelangte auch Marie Anfang der vierziger Jahre (Originalaufnahme vom 17. Oktober 1940) in die Charts. Kaempfert nimmt das Tempo ein wenig langsamer und stellt die Posaune in den Vordergrund – sicherlich eine Verbeugung vor Dorsey, dem Mann mit dem samtigen Posaunenton.

Im Falle von It’s Only A Paper Moon (Originalaufnahme vom Nat-„King”-Cole-Trio, Dezember 1943) entwickelt Kaempfert sein Arrangement nicht aus einer speziellen Version; er ist vielmehr an dem Titel an sich interessiert, der in den Nachkriegsjahren ein äußerst populärer Hit war.

Sollte jemals eine Umfrage nach dem beliebtesten Standard der Nachkriegszeit durchgeführt werden, würde Glenn Millers Einspielung von In The Mood (Originalaufnahme vom 1. August 1939) an erster Stelle stehen. Kaempfert hat diesen Titel in traditioneller Weise arrangiert, da es nichts bringt, das Erscheinungsbild dieses Klassikers zu sehr zu verändern.

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